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Home Rainer Wyslich Diagnostik Therapien Wegbeschreibung zur Praxis
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Fragebogen zum
Herz-innendruck Ganzheitliche
Herzheilkunde: Neue Wege
in der Kardiologie Individuelles
Volumenmanagement statt
pauschalen Medikamenteneinnahmen Das
Verständnis der Zusammenhänge zwischen Herz, Blutvolumen und vegetativem Stress
ist Voraussetzung für erfolgreiche, naturgemäße und sanfte Therapien bei
Bluthochdruck, Herzerkrankungen und nächtlichen Herzbeschwerden Herz-Kreislauferkrankungen
sind mit Abstand die häufigste Todesursache in den Industriestaaten, mit
jährlich steigender Tendenz. Entgegen der verbreiteten Meinung sind davon 10%
mehr Frauen als Männer betroffen. In
der Schulmedizin werden im Sinne einer „evidence-based
medicine“ die aus großangelegten Studien gewonnenen
Erkenntnisse als Behandlungsrichtlinien übernommen. Dies führt in der Praxis
leider dazu, dass dem Patienten aufgrund seiner Diagnose ausschließlich das
zurzeit übliche Behandlungsschema mit Medikamenten verordnet wird. Im Zuge
der Sparmaßnahmen der Krankenkassen haben die Ärzte auch gar keine Möglichkeiten
mehr, längere Beratungen abzurechnen. Dadurch bleibt meist keine Zeit, den
Menschen ihre Beschwerden schildern zu lassen, geschweige denn darauf
einzugehen und praktische Hinweise zu vermitteln, was die Patienten selbst zu
ihrer Linderung und Heilung beitragen könnten. Denn durch das Verständnis der
Zusammenhänge könnte jeder Mensch in verschiedensten Lebenslagen bewusst
seine Gesundheit positiv beeinflussen. Diese Hilfe zur Selbsthilfe wird
jedoch nicht an der Uni gelehrt, und schon gar nicht auf kardiologischen
Kongressen oder Fortbildungen. Diese sind nämlich alle von der
Pharmaindustrie finanziert, inhaltlich geht es darin nur um neue Studien und
neue Medikamente. Wo bleibt bitte die Individualität und Ganzheitlichkeit?
Dabei bestehen in kaum einem anderen Bereich der Medizin derart umfangreiche
Verbindungen zwischen verschiedenen Organsystemen wie in der Kardiologie.
Einflüsse haben Herz, Lunge, Nieren, Hormonsystem (insbesondere Schilddrüse,
Nebennieren, Hypophyse), Blutgefäße, Blutsystem (Knochenmark, Serumeiweiß),
Vegetativum, Psyche, Stress, Säure-Basen-Haushalt, Stoffwechsel und
Zell-Energiehaushalt, vererbte Faktoren, Konstitution, Ernährung (Vitamine,
Eisen, Kalium, Magnesium), Lebensstil, Gewohnheiten usw. Eine ganzheitliche Medizin sollte all diese
Faktoren mit einbeziehen, jedoch gibt es bislang nur selten Überlegungen und
wirkliche Erkenntnisse über diese Zusammenhänge, geschweige denn deren
Umsetzung in möglichst natürliche und biologische Therapien. So werden z.B.
95% der Bluthochdruckerkrankungen in der Schulmedizin als „essentielle
Hypertonie“ bezeichnet, d.h. unbekannter Ursache (!), und die Anzahl und
Kombination neuer, meist noch stärkerer Medikamente zur Blutdrucksenkung
steigt. Da
laut statistischem Bundesamt über 45 % aller Erwachsenen eine arterielle
Hypertonie haben, stellt sich die grundsätzliche Frage: Was sind die Auslöser von Bluthochdruck, dem
größten Risikofaktor für Herz- Kreislauferkrankungen, und wie sieht die
entsprechende Behandlung der Ursachen aus, nicht die Symptomunterdrückung? Es
vermittelt bereits wichtige Erkenntnisse,
wenn Ärzte zuhören, was die Patienten ihnen erzählen: Dass Herzprobleme oft erstmals in
der Nacht auftreten, mit Durchschlafstörungen, Nachtschweiß, Hellwachphasen
mit innerer Unruhe. Möglicherweise klopft das Herz bis zum Hals, Druck oder
Schmerz im Brustbereich verstärken sich beim Liegen vor allem auf der linken
Seite, Besserung erfahren sie erst durch Sitzen oder Aufstehen. Herzkranke
schlafen oft von sich aus mit erhöhtem Oberkörper, in schweren Fällen sogar
im Sessel. Das
Herz-Innendruck-Syndrom Was
ist also im Liegen anders als im Sitzen? Der hydrostatische
Wassersäulendruck: In aufrechter Position sackt das Blut in Beine, Becken und
Bauch ab, das Herz ist entlastet. Während der Nacht kommt es jedoch durch das
im Liegen vermehrt zum Herzen anflutende Blutvolumen zu einem erhöhten Druck
im Herz, insbesondere in Linksseitenlage. Besonders in Zeiten mit Stress und emotionaler Belastung,
z.B. durch Verlust des Partners, eines Kindes, nahestehender Personen, des
Arbeitsplatzes oder der Wohnung, durch finanzielle Probleme oder
existenzielle Bedrohung durch Krankheit, Operationen, Unfälle, Mobbing usw.
kommt es zur inneren Anspannung und damit zur Verkrampfung bzw. Verengung des
Herzens. Dadurch besteht eine erhöhte Widerstandskraft im Sinne einer
Dehnbarkeits- bzw. Relaxationsstörung, bei der Echokardiographie (Ultraschall
des Herzens) als Diastolische Compliancestörung beschrieben. Im Liegen führen
Blutvolumendruck von innen und Anspannungsdruck von außen somit zum Druck auf
die Herz-Innenschicht und dort zu einer leichten Minderdurchblutung der
feinen Kapillaren mit der Folge eines Sauerstoffmangels im Gewebe. Dieser
Druck wird deshalb vom Körper nicht toleriert und er aktiviert den Sympathikus, welcher das Herz dazu
anregt, über stärkeres und schnelleres Herzschlagen doch noch dieses Zuviel
an Blutvolumen weiter zu pumpen. Der Sympathikus ist der Teil des
vegetativen, unbewussten Nervensystems, der für die Aktivität am Tage
zuständig ist und vor allem bei Stress zu hoch ist. Er hält sich
normalerweise mit seinem Gegenspieler, dem Parasympathikus (nervus vagus) die
Waage, welcher die Verdauung und vor allem in der Nacht die Erholung regiert.
Wenn jedoch jede Nacht der Sympathikus aktiviert werden muss, erfährt das
Herz nie mehr die nötige Entspannung und Ruhe und wird immer noch
angespannter und enger, jedoch dadurch auch nochmals volumenempfindlicher.
Folge ist eine noch stärkere Erhöhung des Sympathikus, welche vor allem bei
Menschen mit konstitutionell geringerer Schlaftiefe zu Durchschlafstörungen
und nächtlichen Herzbeschwerden führt, jedoch auch bei subjektiv ungestörtem
Schlaf den tagsüber ohnehin höheren Sympathikus noch mehr aktiviert. Bei
Menschen, die durch ihre Konstitution einen sehr tiefen, festen Schlaf haben,
kann sich die nächtliche Sympathikusaktivierung und gleichzeitige Erschöpfung
auch durch starkes Schnarchen mit Atemunregel-mäßigkeiten bis hin zu
Atempausen als Schlaf-Apnoe-Syndrom bemerkbar machen. Eine
weitere Wirkung des Sympathikus ist das Zusammenziehen der Blutgefäße in der
Peripherie, was im Liegen noch mehr Blut zum Herz drückt und dieses auch noch
gegen den höheren Widerstand pumpen muss. Insbesondere bei zusätzlicher
emotionaler Anspannung wird der Sympathikus tagsüber noch weiter gesteigert,
wodurch das Zusammenziehen der Blutgefäße zu Vasospasmen (Gefäßkrämpfen) führen kann, welche im Koronarbereich
(Herzkranzgefäße) als unangenehmes, zusammenziehendes Gefühl, Enge in der
Brust (Angina pectoris, z.B. als Prinzmetal-Angina) oder Druck hinterm
Brustbein bis hin zu Herzschmerzen wahrgenommen werden, oft mit Ausstrahlung
in linke Schulter, Arm oder Hals. In der Peripherie führt die
Blutgefäßverkrampfung zu kalten Fingern, Händen und Füßen bis hin zum Raynaud-Syndrom, im Gehirn reagiert auf eine
Durchblutungsminderung besonders empfindlich das Gleichgewichtsorgan mit
Schwindel, das Innenohr mit Ohrgeräuschen, Hörsturz oder situativer
Hörminderung und die Sehrinde mit Augenflimmern, plötzlichem unscharfen Sehen
oder Doppelbildern. Es können auch Sprach- oder Wortfindungsstörungen,
Konzentrationsschwäche, Gefühlsstörungen oder lokale Muskelschwäche
auftreten. Weiterhin bewirkt die nächtliche Sympathikusaktivierung über die
Ausschüttung von Stresshormonen eine Gluconeogenese (Glucose-Zucker-Neubildung)
und damit Erhöhung von Blutzuckerwerten. Schon mancher Patient fragte sich,
warum sein Blutzucker morgens höher lag als am Vorabend, obwohl er seither
nichts gegessen hatte! Dieser bislang noch nicht offiziell beschriebene Diabetes
mellitus Typ 3 verbessert sich nachweisbar durch die richtige nächtliche
Blutvolumentherapie.
Während
der Nacht im Liegen gerät das Herz unter zunehmenden Blutvolumendruck.
Die Herz-Innenschicht wird dadurch schlechter durchblutet. Um den Druck zu
bewältigen, muss das Herz aktiviert werden, obwohl es eigentlich nachts
zur Ruhe kommen müsste
Grafik: Dr. med. Peter Hain Wenn
der Sympathikus also nicht nur tagsüber durch den zunehmenden Stress unserer
heutigen Zeit zu hoch ist, sondern auch noch nachts zusätzlich aktiviert ist
und sich beides gegenseitig weiter hochschaukelt, so erklärt sich bereits ein
wesentlicher Faktor für die Entstehung von Bluthochdruck. Wer sich dann noch
fragt, warum die Blutdicke, der Hämatokritwert, bei Frauen im Durchschnitt 36
– 46% beträgt, bei Männern jedoch 42 – 52%, und als Erklärung die monatlichen
Regelblutungen findet, ist dem zweiten, genauso wichtigen Faktor bereits auf
der Spur: Blutvolumen und Viskosität.
Über 99% der festen Bestandteile des Blutes sind Erythrozyten, die roten
Blutkörperchen, diese sind somit maßgeblich an der
Blutdicke beteiligt. Beträgt der Zellanteil (Hämatokrit) über 46%, so
wird die resultierende Zähflüssigkeit des Blutes bereits zur Belastung des
Herzens. Es muss sozusagen Honig pumpen statt Zuckerwasser. Einerseits muss
dadurch ein höherer (Blut-)Druck erzeugt werden, um die feinsten Kapillaren
trotzdem noch zu durchbluten und mit Sauerstoff zu versorgen, andererseits
ist die Pumpe dadurch überlastet. Die Muskulatur des Herzens verdickt sich,
genauso wie jeder andere Muskel durch Training. Ein verdicktes Herz ist aber
in der Nacht weniger dehnbar für den höheren Volumendruck, außerdem kann sich
die Durchblutungssituation der dickeren Muskulatur in Belastungssituationen
verschlechtern. Als optimal für das Herz ist eine Blutdicke mit Hämatokritwerten von 41 bis 43% anzusehen, je nach
körperlichen Leistungserfordernissen (z.B. Sportler) jedoch auch etwas höher
tolerierbar. Den
Einfluss von Blutdicke und –menge erkennt man nicht nur an den genannten
Hämatokritunterschieden zwischen Mann und Frau, sondern auch an der Tatsache,
dass Bluthochdruck und Herzerkrankungen bei Frauen erst nach Ausbleiben der
Monatsblutungen sprunghaft ansteigen. Diese natürlichen Aderlässe stellen in
der Tat eine wunderbare Entlastung des weiblichen Organismus dar: Einerseits
können Schlacken mit ausgeleitet werden, andererseits bleibt die Blutdicke
dadurch in einem niedrigeren Bereich, die Blutmenge bleibt geringer, das Herz
ist entlastet. Nach den Wechseljahren steigt der Hämatokrit langsam an,
Blutvolumen und –viskosität erhöhen sich, reaktiv
auch der Sympathikus, die genannten nächtlichen Beschwerden treten nach und
nach auf. Wenn auch noch das Herz aufgrund von Stress, Angst, Sorgen oder
Trauer zusätzlich eine vermehrte Anspannung aufweist, dann schaukeln sich
nach oben genanntem Prinzip jede Nacht Sympathikus und Volumenbelastung noch
weiter hoch. Wenn
durch die kontinuierliche Sympathikusaktivierung und dadurch fehlende Entspannung
die übermäßige Anspannung und Enge des Herzens zunimmt, so wird dessen
Aufnahme- und Pumpkapazität verringert. Dadurch ist die Auswurfleistung
eingeschränkt und in Folge die Nierendurchblutung vermindert. Wenn die Nieren
dadurch (rein rechnerisch) täglich nur 1 Promille,
d.h. ein Tausendstel zu wenig Flüssigkeit ausscheiden, so sind es in einem
Monat bereits 3%. Auf Dauer summiert sich dies, und das Blut wird durch das
zurückgehaltene Wasser immer dünner, aber eben zu Lasten des Gesamtvolumens,
wodurch sich insbesondere nachts im Liegen die Herzbelastung weiter verstärkt
und damit der Sympathikus und der Blutdruck noch mehr gesteigert werden.
Hauptauslöser Stress: Entstehung
und Verstärkung des Herz-Innendruck-Syndroms mit
den Einflüssen der ayurvedischen Doshas nach Dr. med. Peter Hain Pitta Vata Kapha
Modernes
Blutvolumen-Management Die
erste und einfachste Möglichkeit, das nachts zum Herzen anflutende
Blutvolumen zu reduzieren, besteht darin, die abendliche Trinkmenge zu reduzieren. Ab ca. 19:00 Uhr sollte so
wenig wie möglich getrunken werden, da die aufgenommene Flüssigkeit vom
Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird und direkt ins Blutgefäßsytem gelangt, wo
sie so lange ein Mehr an Volumen bedeutet, bis sie über die Nieren wieder
ausgeschieden wurde. Dies bestätigt sich auch über die Organuhr, bei der die
Nierenaktivität von 17:00 bis 19:00 Uhr ihr Maximum hat, anschließend die
Nieren jedoch eher ruhen sollten. Somit empfiehlt es sich, die erforderliche
Trinkmenge von 1½ bis 2 Litern (bei Herzkranken nicht mehr!) bereits über den
Tag verteilt aufzunehmen. Am besten ist es, gleich morgens etwa ½ Liter
warmes Wasser zu trinken, dann jedoch 20 Minuten bis zum Frühstück zu warten,
da die Verdauungssäfte nicht verdünnt werden sollten. In der Ayurveda-Medizin
wird sogar empfohlen, das Wasser 10 Minuten zu kochen, weil sich hierdurch
nachgewiesenermaßen die Molekülstruktur (der Bindungswinkel) ändert, wodurch
das Wasser besser Schadstoffe und Schlacken binden und ausleiten kann. Diese
körpereigenen Schlacken und Toxine, im Ayurveda „Ama“ genannt, sind kalt,
klebrig, zäh, schwer und genauso wie altes Fett in einer Pfanne mit kaltem
Wasser kaum zu reinigen. Sie verkleben nicht nur den Verdauungstrakt, sondern
auch die Nadis und Srotas, feinstoffliche Kanäle zu denen auch die Blutbahnen
gehören, und sie behindern den Stoffwechsel auf zellulärer Ebene. Bis
eine tatsächliche Volumenentlastung durch die nachfolgend genannten Therapien
erreicht wurde, kann das Oberteil vom Bett
erhöht werden, damit das Blut mit geringerem Druck zum Herz strömt. Wer
nicht gerne mit angewinkeltem Oberkörper schläft, kann das gesamte Bett etwas
schräg stellen und entweder unters Kopfende des Bettes oder unter den
Lattenrost kleine Holzklötzchen oder eine Latte legen, ca. 5–10 cm Erhöhung
reichen. Beim nächtlichen Erwachen mit Unruhe oder Herzbeschwerden sollte man
nicht liegen bleiben, sondern aufstehen
und ein paar Minuten still stehen oder an der Bettkante sitzen, damit das
Blut wieder in die untere Körperhälfte absackt und das Herz entlastet wird.
Somit ist ein entspannteres Weiterschlafen eher möglich. Auch abends lesen
sollte im Sitzen geschehen, um sich erst zum Einschlafen hinzulegen. Das
sofortige Durchbrechen des Teufelskreises aus Volumenbelastung,
Sympathikusaktivierung und noch mehr Anspannung wird durch einen Aderlass erreicht, die effektivste
und wichtigste Therapie bei Bluthochdruck, nächtlichen Herzbeschwerden und
anderen Herzerkrankungen. Wie bei einer Blutentnahme wird aus einer Vene das
Blut mithilfe einer flexiblen Schmetterlingskanüle entnommen, allerdings
nicht in Röhrchen abgezogen, sondern in einen Beutel frei laufen gelassen.
Schon Hildegard von Bingen hat umfangreiche Beschreibungen zu den günstigen
Wirkungen und der genauen Durchführung der Aderlässe verfasst. In der
Ayurveda-Medizin ist er einer von fünf Ausleitungsschritten, und auch in
anderen naturheilkundlichen Systemen wird zur Ausleitung körpereigener
Schlacken und Toxine der Aderlass therapeutisch genutzt. Bei einer
kardiologischen Therapie gilt dabei: Je belasteter oder vorgeschädigter ein
Herz ist, desto kleiner muss ein Aderlass sein, anfangs eventuell nur 40 – 60
ml. Die übliche Menge beträgt etwa 80 – 100 ml, bei zunehmender Besserung
kann bis 120 ml gesteigert werden. Eine Entnahme von ½ Liter wie bei einer
Blutspende würde jedoch ein zu großes „Loch“ reißen und den Sympathikus
hochjagen, damit trotz verringertem Volumen im Stehen die Gehirndurchblutung
gewährleistet bleibt. Außerdem wäre der Körper bestrebt, diesen Verlust durch
vermehrte Blutneubildung zu kompensieren. Dies würde aber umso schneller
wieder die gleiche Problematik hervorrufen und verstärken. Deshalb ist die
häufigere Entnahme kleinerer Mengen in kürzeren Abständen zu bevorzugen,
vergleichbar mit den jahrzehntelangen natürlichen Monatsblutungen der Frau.
Je nach Blutdicke (Hämatokrit), Blutdruck, Nachtschlaf und anderer Faktoren
ist nach anfänglich monatlicher Durchführung meist schon bald eine
Verringerung auf zwei- bis viermonatlich möglich, evtl. sogar nur noch je im
Frühjahr und Herbst, den günstigsten Jahreszeiten zur Ausleitung. Auch der
abnehmende Mond ist ein guter Zeitpunkt für jede Art von Ausleitungstherapie,
so dass Aderlasstermine möglichst auf diesen Zeitpunkt gelegt werden sollten.
Wie auch bei Operationen ist an und kurz vor Vollmond am ungünstigsten. Auch
wenn ein Aderlass erfahrungsgemäß die Herzleistung verbessert und damit über
vermehrte Nierendurchblutung und Wasserausscheidung das Blutgefäßsystem
nachhaltig volumenentlastet, sollte diese Entwässerung noch medikamentös weitergeführt werden. Nieren-Blasen-Tees mit Brennnessel, Zinnkraut,
Birkenblättern, Goldrute, Wacholderbeeren usw. sollten nicht selbst schon
zusätzliche Flüssigkeit zuführen sondern andere Tees oder Getränke ersetzen.
Effektiver sind Frischpflanzen-Presssäfte, Extrakte / Urtinkturen oder
Asparagus P® Spargeltabletten. Da jedoch pflanzliche Präparate nicht sehr
effektiv entwässern, sind bei Bluthochdruck oder anderen Volumenproblemen
meist allopathische Tabletten erforderlich. Jedoch nicht gleich elektrolytausscheidende Schleifendiuretika,
sondern z.B. die kalium- und magnesiumsparende
Kombination Triamteren und HCT wie im Dytide H®.
Hiervon auch nicht wie üblich täglich 1x1, sondern ½ Tablette jeden 2. Tag
ist oft schon ausreichend, im Verlauf kann evtl. sogar auf zweimal
wöchentlich ½ zurückgegangen werden. In solch geringen Dosierungen und vor
allem in Kombination mit Aderlässen, welche die Eindickung des Blutes durch
Entwässerungsmittel verhindern, sind die angegebenen Nebenwirkungen zu
vernachlässigen. Medikamentöse
antihypertensive Therapie Wenn
bei Bluthochdruck anstelle dieser tatsächlichen Volumenentlastung blutdrucksenkende Medikamente
verordnet werden, kann die Situation oftmals erst recht problematisch werden.
In der Regel sind dies zuerst ACE-Hemmer oder Calciumantagonisten, beides
gefäßerweiternde Mittel, als nächstes zusätzlich oder seltener auch gleich zu
Beginn Betablocker, welche Pumpkraft und Frequenz des Herzens bremsen, leider
aber auch den gesamten Organismus. Schnell
wirksame gefäßerweiternde Medikamente
bewirken, insbesondere wenn diese morgens oder tagsüber verabreicht werden,
in der aufrechten Position am Tage ein Versacken des Blutvolumens in die
untere Körperhälfte. Dies senkt zwar zunächst den Blutdruck, um jedoch
trotzdem noch eine Durchblutung bis in den Kopf aufrecht zu erhalten macht
der Körper gegenregulativ eine Sympathikusaktivierung, damit das Herz
schneller und stärker pumpt und das versackte Blut wieder nach oben kommt.
Aber genau dieser hohe Sympathikus ist ja das Problem, so dass die
Höherdosierung des Medikaments bereits vorprogrammiert ist! Besser sind
daher, immer in Kombination mit der unmittelbaren Volumenentlastung, die
langsamer und länger wirkenden Vasodilatatoren wie
Sartane, welche aber auch nur einmalig vor dem Schlafen eingenommen werden
sollten. Die Gefäßerweiterung zur Nacht bewirkt dann einen Volumenpool, d.h.
es wird mehr Blut in die Peripherie umverteilt und dadurch zurückgehalten, so
dass dieses nicht mehr so zum Herz drückt und die Sympathikusaktivierung mit
all ihren Folgen unterbleibt. Der beste solche AT1-Antagonist ist nach
unserer Erfahrung Candesartan (Blopress® oder Atacand®), hiervon reichen als
Ergänzung der Volumentherapie meist 4 – 16 mg aus. Auch
Beta-Blocker bremsen tagsüber das
Herz, welches aber gerade dann aktiv sein muss, damit es die
Gehirndurchblutung schafft und auch sonst alle Aufgaben erfüllt werden
können, was übrigens gerade Bluthochdruckpatienten bis zur Perfektion
betreiben können. Als Gegenregulation gegen diese Bremse wird wiederum der
Sympathikus aktiviert, weshalb auch Beta-Blocker erst abends einzunehmen
sind, zumal sie dann während der Nacht das Herz entspannen und somit
volumen-unempfindlicher machen. Durch eine nächtliche Erholung kann der Tag
bereits viel entspannter angefangen werden, der Blutdruck steigt nicht mehr,
das regenerierte Herz ist tagsüber wieder zu mehr Leistung fähig. Das
Vegetativum kommt wieder ins Gleichgewicht, der Sympathikus ist auch am Tage
nicht mehr so hoch, da er nachts nicht noch zusätzlich aktiviert ist, weshalb
er bei situativem Anstieg wie emotionalem oder
körperlichem Stress nicht mehr gleich Bluthochdruckkrisen,
Herzrhythmusstörungen oder Vasospasmen hervorruft. Bewährt haben sich vor
allem milde Beta-Blocker wie Bisoprolol, je nach
Situation 1,25 bis maximal 5 mg. Eine
sehr gute Heilpflanze mit milder gefäßerweiternder und Beta-blocker-ähnlicher
entspannender Wirkung für das Herz ist Weißdorn,
Crataegus. Dieser sollte dann aber ebenfalls nur einmal täglich und auch
direkt vor dem Schlafengehen eingenommen werden, jedoch in hoher Dosierung
von 450 mg, z.B. Crataegutt novo 450®. Für den Therapiebeginn kann dieses
pflanzliche Präparat als Alternative zu Allopathika (chemischen Medikamenten)
eingesetzt werden, ansonsten immer auch zusätzlich zu diesen. Weiterhin
ist die Substitution von Magnesium
sinnvoll, da dieses das Herz und die Blutgefäße entspannt. Zu bevorzugen sind
organische Verbindungen, vor allem Magnesium-Orotat (z.B. Magnerot classic®)
wird besonders gut vom Herzmuskel aufgenommen und beugt auch
Rhythmusstörungen vor. Auch eine verkrampfte Skelettmuskulatur kann sich mit
ausreichend Magnesium besser entspannen. Die Einnahme sollte nicht vor
körperlicher Aktivität oder Sport sein, auch ist die Aufnahme zusammen mit
Kalzium sowie mit ballaststoff- oder faserreicher Nahrung schlechter, weshalb
die Dosierung jeweils vor dem Schlafengehen zu empfehlen ist. Auch
Passionsblume, die Heilpflanze für
die „Ruhe des Herzens“ zeigt bereits mit ihren konzentrischen Ringen in der
Blüte ihre Eigenschaft, uns besser nach außen abzugrenzen und mehr in unserer
Mitte zu bleiben, was vor allem für einfühlsame und sensible Menschen wichtig
sein kann. Auch Melisse sorgt für sanfte Entspannung, weiterhin Baldrian,
Haferblüte (Avena Sativa),
Hopfen, Lavendel. In
manchen Fällen mit besonders starker Sympathikusüberreizung kann sogar die
vorübergehende Einnahme eines synthetischen Beruhigungsmittels aus der
Azepam-Reihe erforderlich sein, da dieses die Auswirkungen des hohen
Sympathikus direkt abschaltet und eine nächtliche Erholung bewirkt.
Allerdings muss parallel dazu die Ursache für die „innere Peitsche“ behoben
werden, sonst ist die Abhängigkeit vorprogrammiert. Arginin ist eine Aminosäure, welche gefäßerweiternde Eigenschaften besitzt und die
Innenschicht der Blutgefäße schützt. In Nahrungsergänzungsmitteln wird es oft
zusammen mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure angeboten (z.B. Telcor
Arginin plus®), die ein erhöhtes Homocystein senken können, welches wiederum
für Blutgefäßschädigungen und deren mannigfaltigen Folgen verantwortlich
gemacht wird. Viele der reinen Vitaminpräparate gegen Hyperhomocysteinämie
führen in der empfohlenen Dosierung auf Dauer jedoch zu hohe Mengen an
B-Vitaminen zu, weshalb die Substitution durch Laboruntersuchungen überwacht
werden sollte. Ergänzend
zu allen medikamentösen Therapien ist möglichst immer auch eine direkte
Sympathikussenkung und damit die vegetative
Harmonisierung, anzustreben, bspw. mit Entspannungsübungen wie Yoga, Tai Chi, Qi Gong, autogenem
Training oder progressiver Muskelrelaxation. Jede
Art von Meditation, Atemkonzentration, Spazierengehen, Musik hören, selbst
Musizieren oder Singen, wirkt unterstützend. Eine Kombination von innerer
mentaler Ruhe und regelmäßiger, aber mäßiger körperlicher Aktivität jeglicher
Art ist wichtig. Sportliche Spitzenleistungen sollten aber vermieden werden! Neue
Untersuchungsmöglichkeiten zur Volumentherapie Aus
den „Zackenlinien“ im herkömmlichen EKG (Software von 1929!) können vom
Computer zweidimensionale Schleifen berechnet werden, welche in drei
Schnittebenen – sagittal, frontal und horizontal –
eine dreidimensionale Darstellung des Herzstromverlaufs ermöglichen. Dieses
sogenannte Schleifen-EKG, eine vektorkardiographische
EKG-Aufzeichnung ist derart genau, dass die Grundbelastung des Herzens
deutlich beurteilt werden kann. Auch stattgefundene Durchblutungsstörungen
z.B. der Herzspitze werden sichtbar, wenn beispielsweise in einer sehr
starken Anspannungssituation mit sympathikusbedingten Koronarspasmen
(Verkrampfungen der Herzkranzgefäße) die Versorgung der gesamten
Herzmuskulatur nicht mehr ausreichte. Weiterhin kann im Volumenbelastungs-EKG
eine krankhafte Reaktion des Herzens auf das im Liegen vermehrt anflutende
Blutvolumen gemessen werden, indem die Schleifen vor und während Hochlagerung
der Beine auf einen Würfel, einer Nachahmung der Situation in der Nacht,
übereinandergelegt verglichen werden. Die Rückreaktion nach Wiederabsetzen
der Beine verdeutlicht, welchen Anteil die Anspannung des Herzens im
Verhältnis zur Volumenvermehrung hat. Im Verlauf einer erfolgreichen Therapie
zeigt dann das Übereinanderlagern der alten und neuen Vektorschleifen
deutlich den Rückgang der Herzbelastung.
Vektorschleifen vor (ruhe) und
während der Volumenbelastung (kv) durch
Hochlagerung der Beine, einer Nachahmung der Situation während der Nacht Durch
eine Doppel-Hämatokritbestimmung,
Blutdickenmessungen venös und kapillar
(aus Vene und Finger) können Ausmaß der inneren Anspannung, Effektivität der
Nierenausscheidung sowie eine drohende oder manifeste Herzinsuffizienz
(Herzschwäche) beurteilt werden. Liegt der venöse Wert über dem Kapillaren,
so besteht eine starke innere Aktivierung mit erhöhter Diureseleistung
(Entwässerung über die Nieren). Dagegen spricht eine venöse Verdünnung für
eine (z.B. diastolische) Herzinsuffizienz, wodurch sich schon manche Anämie
(Blutarmut) als Pseudoanämie entpuppte: Das nicht ausgeschiedene Wasser hatte
das Blut nur verdünnt, dafür aber das Volumen vermehrt, was somit den
Sympathikus nachts noch mehr aktiviert und die Anspannung weiter verstärkt.
Diese Doppel-Hämatokritmessung wird bei jedem Aderlass mit durchgeführt und
einen Tag nach dem ersten Aderlass kontrolliert. Hierbei lässt sich in einer
Excel-Tabelle über Körpergröße, Gewicht und Geschlecht annähernd die
zirkulierende Blutmenge errechnen. Unter Berücksichtigung, dass bei einer
Volumenentnahme bekannter Menge (der Aderlass wird elektronisch gewogen) das
entnommene Blut vom Körper durch Flüssigkeit ersetzt wird, lässt sich genau
berechnen, wie viel dünner dadurch das Blut werden müsste. Die Messung am
Folgetag zeigt dann entweder genau diese Verringerung der Blutdicke, eine
übermäßige Verdünnung, eine relative oder sogar eine absolute Konzentrierung.
Je nach Ausgangssituation kann eine Entspannung des Herzens bis hin zur
Kontraktionssteigerung nach Herzschwäche interpretiert werden. Somit lässt
sich genau sagen, wie das Herz auf die Volumenentlastung reagiert hat und wie
die weitere Therapie entsprechend festgelegt werden muss. Bei künftigen
Aderlässen ist diese Kontrolle am Folgetag nicht mehr erforderlich. Bei
einer bestimmten Konstellation – Volumen-Symptomatik, Bestätigung der
Volumenbelastung im Volumen-EKG und Hämatokritwerten, die niedrigerer sind als erwartet –
erreicht man durch einen „diagnostischen“
Aderlass von 60 bis 80 ml oft eine Entlastung des Herzens, dadurch eine
Verbesserung der Herzkraft, welche über eine vermehrte Nierendurchblutung
eine erhöhte Diureseleistung (Urinausscheidung)
bewirkt. Dadurch wird das zurückbleibende Blut dicker, anstatt – wie nach
Aderlass zu erwarten – dünner. Es können sogar absolute Konzentrierungen bis
400 ml nach einem einzigen kleinen Aderlass gemessen werden. Dadurch erklären
sich auch die Verbesserungen vieler Niereninsuffizienzen, bis hin zur
Vermeidung einer Dialysepflicht durch z.B. 40 ml Aderlass alle 2 Wochen!
(Sofern dies vom Eiweiß- und Albumingehalt her möglich ist). Ist der am
Folgetag gemessene Hämatokritwert jedoch niedriger, so liegt eine übermäßige
Verdünnung vor, was für eine Entspannung eines zuvor hyperkontraktilen
Herzens spricht. Weitere
Indikationen zur Volumenkorrektur Herzklappeninsuffizienzen (-undichtigkeiten) sind oftmals echokardiographisch
(im Herz-Ultraschall) als „minimal“ oder „nicht relevant“ beiläufig erwähnt.
Aber selbst wenn sie weit, weit entfernt von einer Operationsbedürftigkeit
liegen, besteht doch eine vermehrte Volumenbelastung des Herzens, da bei
jedem Pumpen des Herzens ein Teil des Pumpvolumens wieder zurückfließt und
beim nächsten Herzschlag nochmals gepumpt werden muss. Somit muss das Herz
mehr Volumen pro Zeiteinheit befördern, um die effektiv benötigte
Auswurfleistung zu erreichen. Diese Volumenbelastung macht sich zunächst
während des nachts im Liegen vermehrt anflutenden Blutvolumens bemerkbar,
verringert wird sie durch eine volumenentlastende Therapie. Diese sollte in
minimaler Dosierung durchaus schon vorbeugend praktiziert werden, damit es
gar nicht erst zu Problemen kommt! Absolute
Arrhythmie bei Vorhofflimmern ist
häufig die Folge einer chronischen Volumenüberlastung des linken Vorhofes,
oftmals beginnt es während der Nacht im Liegen. Meist ist es bedingt durch
eine Mitralinsuffizienz. Wenn dadurch bei jedem Pumpen der linken Herzkammer
ein Teil des Blutes fälschlich wieder zurück in den Vorhof fließt, so wird in
diesem der Volumendruck erhöht, so dass er auf Dauer dilatiert (erweitert),
ähnlich einem Luftballon, der immer wieder etwas zu weit aufgeblasen wird und
an Wandspannung verliert. Dadurch geraten die reizleitenden Muskelzellen der
Vorhofwand aus dem Gefüge, die Kommunikation klappt nicht mehr richtig,
weshalb der Stromimpuls aus dem Sinusknoten, dem Schrittmacherzentrum des
Herzens, nicht mehr geordnet weitergeleitet wird, wodurch alle Zellen
asynchron wild durcheinender zucken, d.h. flimmern. Auch hier kann die
gezielte Volumentherapie die Häufigkeit der Anfälle verringern bzw. diese
sogar ganz verhindern, sofern das Vorhofflimmern nicht schon längere Zeit
permanent vorhanden ist. Wenn Vorhofflimmern oder Herzrasen als
supraventrikuläre Tachykardie durch Triggerpunkte ausgelöst werden, welche
meist um die Einmündungen der Lungenvenen in den linken Vorhof liegen, wird
der plötzliche Beginn oft durch mechanischen Druck bewirkt, nämlich bei
ungeschickten Bewegungen, Arbeiten über dem Kopf, Bücken oder nachts im
Liegen. Auch hier kann die Druckentlastung im Vorhof das Auftreten
reduzieren, abmildern, verkürzen oder sogar ganz verhindern. Zusätzlich wird
immer die begünstigende Komponente des hohen Sympathikus bei Tachyarrhythmia Absoluta, sehr
schneller Herzfrequenz bei Vorhofflimmern, durch die Volumenkorrektur
verringert. Grundsätzlich ist bei Herzrhythmusstörungen und / oder Herzrasen
immer ein Kalium- und Magnesiumspiegel im oberen Normbereich anzustreben, da
beide membranstabilisierend wirken und damit Auslösung und Überleitung der
falschen elektrischen Reize verringern. Es ist bei Laboruntersuchungen jedoch
zu empfehlen, eine Vollblutanalyse durchzuführen, da Kalium fast
ausschließlich und Magnesium größtenteils intrazellulär vorkommt und daher
der im Serum gemessene Wert nicht aussagt, wie viel in der Zelle, wo es
benötigt wird, tatsächlich vorhanden ist. Gleiches gilt für Eisen, Zink und Selen. Während
einer Schilddrüsenüberfunktion,
der Hyperthyreose, z.B. bei heißen Knoten oder in
der Akutphase einer Autoimmun-Thyreoiditis
Hashimoto, kommt es zu einer Vermehrung der Beta-Rezeptoren am Herz (bislang nur
in englischsprachiger Literatur publiziert), wodurch dieses fortan immer
sensibler gegenüber den stimulierenden Einflüssen des Sympathikus und der
Schilddrüsenhormone bleibt und damit die innere Anspannung verstärkt wird.
Außerdem wirkt das synthetische Schilddrüsenhormon L-Thyroxin
deutlich stärker aktivierend auf Herz und Vegetativum als auf den
Stoffwechsel, weshalb aus kardiologischer Sicht die Dosierung nicht zu hoch
sein darf. Günstig sind bei Bluthochdruck, Herz-Innendruck-Syndrom oder
sonstiger nervlicher Anspannung TSH-Spiegel von
mindestens 1,0 mU/l, je nach Stoffwechsellage sogar
besser 1,5 – 2,5. Alternativ ist das US-amerikanische Armour
Thyroid® aus Schweineschilddrüse mit dem
menschlichen Hormon am vergleichbarsten, jedoch nicht kostenerstattungsfähig
und anfangs schwieriger genau zu dosieren. In jedem Fall lässt sich die
Gratwanderung zwischen Stoffwechselträgheit und Herzüberaktivierung durch
Sympathikussenkung mittels Volumentherapie zugunsten der inneren Entspannung
beeinflussen. In
den Wechseljahren treten bei
Frauen nach der Menopause oft Probleme auf, die denen des
Herz-Innendruck-Syndroms vergleichbar sind, ebenso wenn nach einer
Uterus-Operation (Gebärmutterentfernung) die Monatsblutungen nicht mehr
stattfinden. Viele der Hitzewallungen, Nachtschweiß und inneren
Unruhezustände bedürfen somit wohl eher einer sympathikusregulierenden
Volumentherapie statt einer Einnahme künstlicher Hormonpräparate. Bei
Eisenpeichererkrankungen, aber
auch bei den häufig zu findenden Überladungen mit Eisen durch erhöhte
Aufnahme sind ebenfalls Aderlässe erforderlich, da einerseits eine verstärkte
Blutbildung vorliegen kann, andererseits diese Speicher (Laborwert Ferritin) abgebaut werden sollten, da Eisen ein starkes Oxidans ist (freie Radikale bildend) und auch in Organen,
v.a. Leber, Gehirn und Gelenken abgelagert werden
kann und diese schädigt. Nicht
nur der prozentuale Anteil der Blutkörperchen trägt zur Viskositätserhöhung
bei, sondern auch ein Eiweißüberschuss,
insbesondere an Albumin, dem größten Eiweißmolekül. Wenn gleichzeitig der
Hämatokrit hoch ist, sind Aderlässe umso wichtiger, bei niedrigem Hämatokrit
ist hingegen eher eine gezielte Eiweiß-Plasmapherese indiziert, die jedoch
auch mit relativ einfachen Mitteln durchgeführt werden kann. Ein Mangel an
Eiweiß, vor allem Albumin, kann eine Kontraindikation für den Aderlass sein,
weshalb bei häufigen Aderlässen gelegentlich Gesamteiweiß und
Eiweiß-Elektropherese laborchemisch überprüft werden müssen. Ein
weiterer Faktor einer Hyperviskosität (zähfließendes Blut) ist eine Verklebung der roten Blutkörperchen,
wie sie bei chronischer Übersäuerung durch die Dunkelfeldmikroskopie nach
Prof. Enderlein nachgewiesen werden kann. Wenn sich normalerweise die
flachen, scheibenförmigen Erythrozyten etwas verbiegen müssen, um einzeln
gerade noch durch die feinsten Kapillaren zu passen, so ist dies durch die
sogenannte „Säurestarre“ nicht mehr gegeben. Durch eine zusätzliche
Verklumpung oder Geldrollenbildung ist die Mikrozirkulation weiter erschwert
sowie die Sauerstoffaufnahme durch die verringerte freie Zelloberfläche
logischerweise minimiert. Deshalb kommt es zum Sauerstoffmangel im Gewebe,
wodurch der Energiehaushalt gestört ist und der
Zellstoffwechsel auf die sauerstoffunabhängige Gärung umstellt, was weniger
Energie liefert und zusätzlich über die entstehende Milchsäure wiederum die
Azidose (Übersäuerung) verstärkt. Hierzu bietet die Isopathie Möglichkeiten
einer kausalen medikamentösen Therapie, zusätzlich zu Verhaltensregeln wie
gesunde Ernährung, vor allem wenig tierisches Eiweiß, ausreichend Bewegung,
Vermeiden von Elektrosmog usw. Eine
Volumentherapie ist in den meisten Fällen einer Herzinsuffizienz sehr erfolgreich. Sofern diese durch ein zu
geringes Pumpvolumen aufgrund der Anspannung des Herzens entstand, vermag die
Volumenentlastung den nächtlichen Sympathikus und damit die Grundspannung des
Herzens zu senken. Hierbei sollten Aderlassmenge und Entwässerung jedoch nur
relativ gering gehalten werden. Bei zu großen Flüssigkeitsmengen mit
Beinödemen und / oder erweitertem Herz ist die zugrundeliegende Hypervolämie
intensivierter anzugehen. Dass
Herzrhythmusstörungen jeglicher
Art wie auch Angina pectoris immer
durch einen erhöhten Sympathikotonus verstärkt werden, wurde bereits durch
die genannten Zusammenhänge erklärt. Hier ist die Volumenentlastung sinnvoll,
um die nächtliche Sympathikusaktivierung zu verringern. Bevor
sich eine bestehende oder langsam anbahnende Volumenbelastung überhaupt erst
durch Symptome bemerkbar macht oder zu einer Erkrankung führt, ist eine
milde, natürliche Volumentherapie bereits zur Vorbeugung sinnvoll, und sei es nur, die abendliche Trinkmenge zu
beachten, zweimal im Jahr einen kleinen Aderlass zu machen, etwas Magnesium
einzunehmen oder bedarfsweise Heilpflanzen anzuwenden. Im
Übrigen fängt Gesundheit bereits bei unserer täglichen Nahrung an! Diese
sollte so natürlich wie möglich sein, frisch zubereitet, reichlich Obst und
Gemüse beinhalten, wenig tierische Fette, aber ausreichend ungesättigte
Fettsäuren. Diese in allen flüssigen Ölen vorhandenen Fettsäuren dürfen
jedoch nicht erhitzt werden oder mit Sauerstoff oder Licht reagieren, da sich
sonst ihre Konjugation von der cis- in die trans-Form umwandelt, welche
schädlich für den Zellstoffwechsel ist. Daher gilt die Öl-Eiweiß-Kost nach
Dr. Budwig mit Leinöl und basischer Ernährung als optimal für den
Energiehaushalt der Zellen. Ein Vermeiden von Süßstoffen, vor allem Aspartam,
sowie Konservierungsmitteln, Farbstoffen, Aromen und anderen künstlichen,
chemischen Inhaltsstoffen versteht sich eigentlich von selbst, genauso wie
das Verwenden von Lebensmitteln aus biologischem Anbau, was nicht nur unserer
Gesundheit sondern auch der unserer Umwelt und somit künftigen Generationen
zugute kommt. Insgesamt
gesehen hat natürlich das Thema „Herz“ immer auch etwas mit unseren
Beziehungen zu tun. Liebe zu sich
selbst, zum Partner, den Mitmenschen und allen Wesen dieser Erde.
Erkrankungen des Herzens, dem Zentrum der Gefühle und Sitz der Seele, hängen
auch zusammen mit egozentrischen Ansprüchen, Ehrgeiz, Perfektionismus, sturem
Ernst, rationalem Denken und Handeln. Die emotionale Grundlage für Gesundheit
ist Zufriedenheit, Freude an der Schönheit unserer Welt, Leichtigkeit in all
unserem Sein, in der Stille spüren was für uns und andere richtig ist. Oder
in den Worten von Antoine de Saint Exupéry: „Man sieht nur mit dem Herzen
gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Im
Sinne einer ganzheitlichen Therapie
ist bei den vielen beeinflussenden Faktoren das Erkennen der Zusammenhänge
und Ursachen die Voraussetzung für eine Heilung, sowohl für den Arzt als
Wegbereiter und Begleiter, als auch für den Patienten selbst, durch
eigenverantwortliches, bewusstes Verhalten einen positiven Beitrag zu seiner
Genesung zu leisten. Ganz entscheidend ist dabei für beide Seiten, immer zu
wissen, dass eine nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes möglich
ist! |